Falken

Live-Webcams

Wild lebende Wanderfalken haben 1999 einen Nistkasten im Turm der Heiliggeistkirche entdeckt und ziehen dort jedes Jahr ihren Nachwuchs auf. Seit 2007 wird das Projekt unter Federführung des NABU Heidelberg AK Greifvögel organisiert.
Die großen Greifvögel können von Januar bis Mitte Juni in unserem Nistkasten über drei Webcams aus verschiedenen Perspektiven beim Balzen, Brüten und der Aufzucht der Jungvögel im Internet beobachtet werden:
 

Wanderfalken

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist etwa so groß wie eine Rabenkrähe, wiegt ein Kilogramm, die Spannweite seiner Flügel ist ein Meter. Seine Farbe ist blaugrau mit weißer Brust und gelben Fängen. Das Männchen (Terzel) ist deutlich kleiner und leichter (700 g, Spannweite: 80 cm). Die Brutzeit ist zwischen März und Juni.  
Wanderfalken sind relativ seltene Greifvögel, die ausschließlich im freien Luftraum Vögel erbeuten. Sie sind mit einer Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h die schnellsten Tiere des Planeten. Aus großer Höhe stoßen sie auf die Beute herab und töten sie durch einen Biss ins Genick.  Aus diesem Grund hat die Falkenjagd auch den Namen "Beize" von "beißen" bekommen.
 
Der Wanderfalke wird oft mit dem kleineren Turmfalken verwechselt, der über seiner Beute rüttelt und von Mäusen und großen Insekten lebt.  
Wanderfalken wurden wegen ihrer Schönheit und ihrem rasanten Jagdflug für die Falknerei ausgehorstet und gefangen gehalten. Taubenzüchter verfolgten sie, der Klettersport vertrieb sie aus ihren Felshorsten und Umweltgifte vernichteten ihre Gelege. Sie waren vom Aussterben bedroht und galten noch vor kurzer Zeit als stark gefährdet in ihrem Bestand.  
 

falken in Heiliggeist

Faksimile des Falkenbuchs auf der Südempore der Heiliggeistkirche
Falken waren schon seit dem Mittelalter mit der Heiliggeistkirche verbunden, zunächst als unschätzbare Fachliteratur. Der letzten Stauferkaiser Friedrich II. beobachte jahrzehntelang die Vogelwelt und verfasste eine Zoologie der Vögel, das Falkenbuch. Es ist das ausführlichste Werk des Mittelalters zur Vogeljagd und bis heute für die Falknerei von Bedeutung. Die Manfred-Prachthandschrift mit über 1000 kollorierten Illustrationen zählt es zu den Glanzlichtern der Buchkunst und befand sich in der Bibliotheca Palatina auf der Empore der Heiliggeistkirche. Sie wurde als Opfer kultureller Kriegsführung im Dreißigjährigen Krieg in den Vatikan gebracht.
Als der Papst im Jahr 1986 das Falkenbuch im Rahmen der Palatina-Ausstellung auslieh, war es in der Heiliggeistkirche wieder zu bewundern. Neben dem Buch stand in der gepanzerten Vitrine auf der Südempore auch ein ausgestopfter Wanderfalke. 50 Meter über dem Ausstellungsort sind heute im Heiliggeistturm die Wanderfalken wieder als wild lebende Brutvögel angesiedelt, und das Falkenbuch ist als Faksimile auf der Südempore zu bewundern.

Falkenküken schlüpft am 15.4.2016

Quelle: www.ag-wanderfalken.de - eingebettet von ekihd.de

Nach 47 Jahren Abwesenheit wurden im Jahr 1999 die Wanderfalken wieder in der Kurpfalz angesiedelt. Schüler:innen der Heidelberger Geschwister-Scholl-Schule richteten einen Nistkasten in 56 m Höhe im Turmhelm der Heiliggeistkirche ein.
 
Maße des Nistkastens (genauer: Nistraum):
1,50 m lang, 1 m breit, 2 m hoch
Boden: 0,15 m tief, Kies und Sand

Der Nistkasten ist gegen das Eindringen der Nilgänse alarmgesichert.  
Die Nistkästen können über drei Live-Webcams rund um die Uhr im Internet beobachtet werden.
 

Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Quelle: Citykirche Heiliggeist - eingebettet von ekihd.de

Als eine der ersten Kirchen in Baden-Württemberg wurde die Heiliggeistkirche 2007 vom Naturschutzbund Deutschland NABU mit der Plakette "Lebensraum Kirchturm" ausgezeichnet.
Wie bereits 2014 hat die Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Jahr 2016 erneut unser Projekt "Wanderfalken auf der Heiliggeistkirche“ als vorbildlich ausgezeichnet. Die Jury schreibt: "Anlässlich der Wiederauszeichnung werden wir auf der Startseite der UN-Dekade Webseite auf Ihr Projekt aufmerksam machen. Unter der Rubrik ,Projekt der Woche', präsentieren wir Ihr Vorhaben mit dem von Ihnen zuerst eingestellten Foto." Im Jahr 2018 wurde das Projekt zum dritten Mal ausgezeichnet.
 

Wanderfalken-Nachwuchs aus der Heidelberger Heiliggeistkirche

Im Mai 1999 besetzt ein zweijähriges, beringtes Wanderfalkenweibchen den Nistkasten, ein nicht beringtes Männchen kommt hinzu.  Wir nennen sie AURORA und FRITZ.
 
FRITZ verschwindet 2006. Den neuen Terzel, der 2007 auftaucht, nennen wir PHÖNIX. 2009: PHÖNIX und AURORA brüten nun auf dem Kamin am Heidelberger Römerkreis. Ein neues wild lebendes Paar bezieht 2009 Heiliggeist: JETTA und PERKEO. Sie ziehen bis 2013 17 Jungfalken auf! 2014 kommt eine neue Partnerin zu PERKEO nach Heidelberg: PALATINA. Im Jahr 2018 nimmt sich PALATINA einen neuen Terzel: ZEPHYR.  Sie zieht insgesamt 33 Jungfalken auf. Im Jahr 2023 ist PALATINA verschwunden und ein neues Weibchen LISELOTTE brütet mit ZEPHYR.
 

Quelle: www.ag-wanderfalken.de - eingebettet von ekihd.de

Wanderfalken-Nachwuchs:   
2000: JANA und RON
2001: DONNA, REINI, LIESE, LOTTE
2002: SOPHIE, HANS, EURO, RUPRECHT
2003: CAROLINA, LEO, SASCHA, ADRIAN
2004: BEATE, MONIKA, ECKART, HANS-WOLF
2005: ELSBETH, TOBIAS, REINHARD
2006: keine Brut!
2007: HEIKE, MARION, GRIGOR, KARLFRIED
2008: GERD, JÜRGEN
2009: HAZECHA, MORATA, FROONA
2010: RALF, REINHARD,TOM, VALENTIN
2011: SUSANNE, INGO, MANFRED, FRIEDRICH-FRANZ
2012: ANNETTE, ANNA-LIVIA, MANUEL, FLORIAN
2013: KARL-FRIEDRICH, MICHAEL, JÖRG
2014: MARLENE, ROSWITHA, VOLKER
2015: HILDE, MELCHIOR, SULPIZ
2016: CUDA, CAFFE, MARTIN
2017: FRIEDER, HERMANN, MARIA SIBYLLA, GUIDO
2018: ANNETTE, KRYSTYNA, CORIENA, ISABELLA
2019: HELENE, SABINE, ARMIN, VINCENZO
2020: OTTHEINRICH, FRIEDRICH, ELISABETH, SOPHIE
2021: ARTEMIS, APOLLO, DIANA, MARSILIUS
2022: BENJAMIN, NIKOLAS, F 1, F 2
2023: FORTUNA, MIREILLE, STEFAN, ICARUS
2024: ANDREAS, JOHANNES
2025: SONNI, ALBRECHT