Team

Das Team der Heiliggeistkirche stellt sich vor

Grigor Azatyan - Hausmeister & Engel für alles
Grigor ist die gute Seele von Heiliggeist.
Elisabeth Kaul - Kulturmanagerin
Seit 2014 ist Heidelberg meine Heimat. In den Jahren davor hatte ich mein Tanzstudium im Norden Englands absolviert und der Tanz brachte mich dann durch ein überraschendes Telefonat hier in den Süden. Als ich damals aus Siegburg (da fährt der ICE nach Köln durch) herzog, wusste ich nicht, was mich erwarten würde, aber meine wunderbare WG in Handschuhsheim, machte es mir leicht hier ein zu Hause zu finden.
 
Nachdem ich einige Jahre als freischaffende Tänzerin auf der Bühne stand und unterrichtete, hatte ich Interesse mich mehr mit Projektarbeit als Struktur auseinander zu setzen. Ich wollte mehr direkten Austausch mit meinem Publikum, wollte wichtige, große Themen, die mich und mein Umfeld bewegten, in Tanz übersetzen und in Glitzer kleiden. Für mich ist Glitzer spielerisch. Er lädt uns ein mitzumachen, ohne dass wir es merken, lässt das Alltägliche leuchten und schafft Verbindungen. Und doch braucht er eine Basis, an der er haften kann. Daraus entstand das freie Tanztheater green flamingo project. Ich fing an als Choreographin zu arbeiten, fand es aber auch interessant andere bei ihren Projekten zu unterstützen, z.B. als Social Media Verantwortliche oder Assistenz.
 
2019 war es Zeit für einen Umbruch und ich ging nach Hamburg, um dort an der Universität einen MA Performance Studies zu absolvieren. So richtig losgelassen hat mich Heidelberg in der Zeit jedoch nicht und so war und ist hier weiter mein Lebensmittelpunkt. Nach Abschluss meines Studiums wurde mir klar, dass ich in Heidelberg und beim Tanz bleiben, allerdings auch das „Große Ganze“ mitdenken wollte. Wie schaffen wir uns Arbeitsstrukturen, in denen sowohl das gemeinsame Ziel als auch das Individuum nicht verloren gehen? Wie können wir bestehende Ressourcen für andere öffnen und nachhaltiger nutzen? Mit diesen Fragen bin ich jetzt auch im Projekt Heiliggeistkirche gelandet. Als Kulturmanagerin begleite ich Vincenzo Petracca und Heiliggeist auf einer Reise, in der es darum geht mit Kunstschaffenden gemeinsam Raum neu zu gestalten, Menschen in Bewegung zu bringen und Visionen zu entwickeln, wie diese wunderbare Kirche weiter wachsen kann. Was mich inspiriert, ist wenn Menschen anderen und sich selbst wirklich zuhören und wenn plötzlich doch schon mehr da ist als gedacht, nur weil wir anfangen, zu teilen.
Vincenzo Petracca - Pfarrer
Meinen klingenden Namen habe ich aus Süditalien, wo ich in Apulien geboren bin. Aufgewachsen bin ich dagegen im Schwäbischen, in Schwäbisch Hall. Nach einem Diplomabschluss als Mathematiker nahm mein Leben eine überraschende Wendung: Aus innerer Berufung beschloss ich, Pfarrer zu werden. In der Heidelberger Altstadt studierte ich Theologie und auch meine erste Pfarrstelle führte nach diversen Umwegen wieder zurück nach Heidelberg, in die Arche nach Kirchheim. Danach war ich Pfarrer in der Mannheimer Neckarstadt, als erster Pfarrer an der Diakoniekirche Luther galt mein besonderes Augenmerk Arbeitslosen, Prostituierten und anderen sozial Benachteiligten.
 
Seit Januar 2015 bin ich Pfarrer in der Heidelberger Altstadt, mit Schwerpunkt Citykirchenarbeit. Mein Ansatz ist: Die Kirche soll zu den Menschen gehen und ihre Lebensthemen aufgreifen. Entsprechend feiere ich Theater-, Kneipen oder Tanzgottesdienste. Meine Spezialität sind Popgottesdienste, der Taylor Swift-Gottesdienst erregte eine unerwartete Medienresonanz. Als "DJ Pfarrer" lege ich gern in Gemeindehäusern in Heidelberg auf. Die London Times hat mich so charakterisiert: „he is thinking outside the box“.
 
Verankert bin ich in der franziskanischen Spiritualität. Meine neutestamentliche Dissertation „Gott oder das Geld - Die Besitzethik des Lukas“ betont die Wichtigkeit von Gerechtigkeit und Solidarität. Die Themen des Konziliaren Prozesses haben mich seit meiner Jugend tief geprägt: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der kirchlichen Friedensarbeit auf Bundesebene und bin Sprecher der Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!".
 
Mein Traum von Kirche in der Stadt

Ich träume von einer offenen Kirche.

Ich träume von einer Kirche, die den Kontakt zur urbanen Gesellschaft und ihren Themen sucht.

Ich träume von einer Kirche, die ihren physischen und spirituellen Raum entgrenzt, damit neue Menschen sie kennenlernen.

Ich träume von einer Kirche, die durch die Verbindung von urbanem Lebensgefühl mit Liturgie und Gottesdienst neue Formen der spirituellen Erfahrung anbietet, um besonders junge Menschen anzusprechen.

Ich träume von einer Kirche, die davon redet, was Gottes Liebe heute in einer Stadtgesellschaft bedeutet, die sich besonders den Bedürftigen zuwendet und die das friedliche Zusammenleben fördert.

Ich träume von einer Kirche, die eine Gemeinschaft ist, in der alle willkommen und zur Partizipation eingeladen sind, in der Vielfalt gefeiert und jeder Mensch geschätzt wird, genauso, wie er ist.