Lichtkonzept

Die Lichtplanung ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Gottesdienstformen und Nutzungen der Heiliggeistkirche mit jeweils adäquaten Lichtsituationen, ohne dabei in die Bausubstanz einzugreifen. Durch aktuelle Lichtund Steuertechniken werden die spezifischen Eigenheiten der Raumkomposition hervorgehoben und eine hohe Wandelbarkeit der Atmosphäre, der Helligkeiten und des Beleuchtungsschwerpunktes hergestellt.

1. Langhaus

Die derzeitige Pendelleuchten im Langhaus sollen mit einer minimalen Anzahl an Leuchten, gleichzeitig das Mittelschiff und Seitenschiffe ausleuchten. Die satinierten Glasschirme geben ein ungerichtetes, diffuses Licht ab. Die undefinierte Position und Lichtqualität der Leuchten stören das Erleben des Raumes statt es zu unterstützen. Die Pendelleuchten im Langhaus sollen entfallen. Vorgeschlagen wird ein gerichtetes Licht von den beiden Emporen aus. Parallel zur Brüstung befindet sich in der Aufkantung der Einbaumöbel ist ein Rohr mit dem Durchmesser eines Handlaufs. Drehbare Sequmente mit spezifischen LED Linsen stellen 12m tiefer im Erdgeschoss einen durchgehenden Lichtteppich in Mittelschiff und Seitenschiffen her. Weitere Sequmente sind für die atmosphärische Illumination der Decke des Mittelschiffs vorgesehen. Durch die getrennte Steuerung der Sequmente kann die Intensität der Beleuchtung in den verschiedenen Bereichen des Langhauses flexibel eingestellt und gewichtet werden.

2. Chor

Der Chorraum wird aktuell von Pendelleuchten mit satinierten Galsabdeckungen beleuchtet. Auch hier unterstützt der diffuse Charakter des Lichtes nicht die Raumstruktur und Atmosphäre. Zusätzlich lenken die hellen Lichtflächen der Gläser vom eigentlichen Geschehen ab. Es wird vorgeschlagen die bestehenden Deckenauslässe weiter zu nutzen, die Leuchtenkörper aber zu ersetzen. Die neuen Pedelleuchten nehmen die Gestalt der eleganten, schmalen Stützen auf und fügen sich in Form und Farbe wie selbstverständlich in den Luftraum ein. Gerichtetes, brillantes Licht erhellt den gesamten Chorraum. Eine zusätzliche indirekte Komponente illuminiert die Decke des Chores. Auch hier können alle Komponenten einzeln geregelt werden und so den festlichen Gottesdienst aber auch gezielt den einzelnen Solisten in Szene setzen.

3. Ergänzende Leuchten

Ein drittes System greift die Idee der bestehenden Leuchtenstelen auf. Sie werden durch neue Technik ersetzt und ergänzt. Im Chor bieten sie weitere szenische und atmosphärische Möglichkeiten, um ein Geschehen explizit hervorzuheben. In den Seitenschiffen sind sie vorgesehen, um temporäre Ausstellungen zu begleiten. So kann, bei Bedarf, im neuen Boden vor jeder Stütze ein Messingdeckel geöffnet und eine Stele eingestellt werden. Wechselbare Strahlerköpfe leuchten gezielt einzelne Flächen, Exponate oder auch die Decke aus. In der Palatina-Ausstellung bieten die Stelen als Festinstallation vielfältige Möglichkeiten zur Beleuchtung von Raum und Exponaten an.