Puristischen Klarheit und hohe funktionale Flexibilität
Die Ausstattung und Einbauten im Kircheninnenraum werden auf das wesentliche reduziert. In der Alltagsausstattung befindet sich die konzentrisch angeordnete Gottesdienstbestuhlung für ca. 125 Besucher im Chor. Der restliche Kirchenraum wird bewusst leer gelassen. Zwei Opferkerzenständer markieren die Lage der ehem. Scheidemauer am Übergang zum Chor. Eine in den Boden eingelassene „Wand aus Luft“ verweist als künstlerische Intervention auf die 230-jährige Teilung des Kirchenraums.
„Die Luftwand schafft eine direkte Verbindung zum historisch-unsichtbaren Bereich der Kirche und ermöglicht einen stillen und subtilen Dialog zwischen der Vergangenheit und heute. Ein symbolischer sowie realer Luftaustausch (Zirkulation) zwischen unten und oben / alt und neu / unsichtbar und sichtbar:“
Mit Spreizdübeln erzeugte Risse in den Vierungsstützen neben den Opferkerzen bilden Verwahrorte für persönliche Gebete und Führbitten und sind spirituelle Anlaufstellen für den einzelnen Kirchenbesucher.
Der neue zu entwickelnde Altar im Chorbereich wird ohne Podest fest im geometrischen Zentrum verortet. Orte für Lesepult und Taufbecken können der Gottesdienstgröße entsprechend angepasst werden. Die konzentrische Bestuhlung des Chorraums ohne Erhöhung des Pfarrers erlaubt eine gemeinsame Gottesdienstund Andachtssituation in „Communio“ und auf Augenhöhe. Die Bestuhlungsvarianten im Chor lassen Gottesdienste mit 150-230 Besuchern zu. An Festtagen und für Konzerte können Stühle für bis zu 800 Personen ergänzt werden. Diese Zahl bildet die brandschutztechnische Obergrenze durch die Bestandsbreiten der vier Seitentüren.
Im Mittelschiff besteht die Möglichkeit zusätzlicher Gottesdienstangebote. Durch die lineare Positionierung des Hilfs-Altars und Ambos entsteht ein Spannungsfeld von Wort und Mahl, das den gemeinschaftlichen Gottesdienstort der Citypastorale bildet. Die liturgische Ausstattung für diese Gottesdienste sind transportabel und können außerhalb der Nutzungszeiten untergestellt werden.
Eine wertige Wandverkleidung aus Schweizer Birnbaum, im direkten Zusammenhang mit den neu gestalteten Eingangstüren des Hauptportals, nimmt die erforderlichen Einbauten für Informationsmedien, Kassenautomat oder Schriftenstand auf. In den Wandverkleidungen unter der Empore werden Regalmöbel mit Leseexemplaren des Kirchenshops und für Informationsbroschüren und Postkarten eingebaut. Die Schriften und Andenken können an einem Ausgabeautomat käuflich erworben werden. Für die Eintrittskarten der Bibliotheksausstellung und den Andenkenverkauf ist im Kircheninnenraum kein fester Arbeitsplatz vorgesehen. Kirchliche MitarbeiterInnen, die zu Präsenzzeiten pastorale und seelsorgerische Ansprechpersonen in der Kirche sind erhalten ein mobiles Stehpult, das situationsabhängig im Raum aufgestellt werden kann.
Die Orgel wird entsprechend den Vorgaben der Auslobung auf der Empore neu aufgebaut. Der Orgelprospekt aus gestalteten Pfeifen entwickelt sich diagonal zum Emporenfenster und lässt die Blickachse frei. Der Spieltisch des Organisten ist leicht erhöht und aus dem Mittelschiff sichtbar. Kleine Chorgruppen und Solisten können hinter dem Spieltisch oder auf dem Verbindungssteg aufgestellt werden. Die Orgelempore ist durch den neuen Aufzug barrierefrei zugänglich. Im Bereich des Spieltischs kann die Westempore gequert werden. Durch die barrierefreie Erschließung des Aufzugs können beide Ausstellungsemporen gleichberechtigt von Besuchern genutzt werden. Im Zugangsbereich der Südempore ist ein dauerhafter Arbeitsplatz für die wissenschaftliche Begleitung der Ausstellung vorgesehen. Den Schwerpunkt der Südempore bilden neu gestaltete Vitrinen mit Originalen der „biblioteca palatina“ und Einbaumöbel entlang der Brüstungen mit digitalen Präsentationsangeboten. Die Nordempore soll den ursprünglichen Charakter der Bibliothek aufnehmen und neben einer Präsenzbibliothek die Möglichkeit der wissenschaftlichen Arbeit auf den historischen Bibliotheksemporen ermöglichen.
