Geschichte erfahrbar machen
Die reiche und wichtige Geschichte des Gebäudes wird auf unterschiedlichen Ebenen erlebbar gemacht. Die Grundrisse der Vorgängerbauten werden durch das Scharrieren des Bestandsbodens physisch und haptisch begehbar und die Vielzahl an Grabstätten werden durch eingelassene Erinnerungssteine aus gravierten Messingtafeln (Stolpersteine) an den ursprünglichen Graborten wieder sichtbar gemacht. Die ausgestellten, historischen Grabsteine an den Seitenschiffwänden werden abgehängt und archiviert. Nur das Naturstein-Relief des Königsgrabs wird an der Wand unter der Fürstenloge ausgestellt.
Die zweite Erlebnisebene der Bauund Kirchengeschichte basiert auf dem Prinzip einer digital erweiterten Realität (augmented reality) die dem Kirchenbesucher mit seinem persönlichen Endgerät (Handy oder Tablet) ermöglicht, sich die erweiterten Geschichtsebenen der Kirche sichtbar zu machen. Über ein offenes WLAN Netz können an unterschiedlichen Orten im Raum mit dem Kamerabild überlagerte Schichten der Geschichte sichtbar gemacht werden. Dies betrifft vor Allem die ursprünglich trennende Scheidewand mit evangelischem Hochaltar, die unterschiedlichen Grablegen unter dem Chorraum oder die alte „bibliotheca palatina“. Jeder Kirchenbesucher kann sich seinen Interessen folgend die Kirchengeschichte individuell sichtbar und medial erlebbar machen, verbunden mit kleinen Einspielungen und Texterklärungen. Durch die Individualisierung des Geschichtserlebnisses ist ein ungestörtes Nebeneinander von Menschen, die den Raum als spirituellen Ruheund Gebetsraum nutzen und Touristen möglich und gewährleistet. QR Codes an Stützen und Wänden leiten den Besucher auf die Website der Kirche ohne App-Installation. Für weniger technikaffine Besucher kann im Eingangsbereich die Ausleihe von Leihtablets angeboten werden.
