Orgelinstrument

Die wechselvolle Geschichte der Heiliggeistkirche wurde bis heute von etwa dreizehn Orgeln begleitet, die an den unterschiedlichsten Orten aufgestellt waren. Mal auf der Südempore, mal auf der Westempore, dann im Chorraum und sogar, von beiden Seiten bespielbar, in der ehemaligen Trennmauer zwischen Kirchenschiff und Altarraum.
 
Auf den verschiedenen Heiliggeistorgeln haben berühmte Musiker Konzerte gegeben, so Mendelsohn Bartholdy, Max Reger und viermal Albert Schweitzer (1929, 1932, 1933 und 1949). Am 18. Juli 1763 spielte der siebenjährige Wolfgang Amadeus Mozart so begeisternd die Orgel, dass sein Vater Leopold von einer Tafel berichtet, die der katholische Stadtdekan Franz Waldhart daraufhin an der Orgel anbringen ließ: 
"Wir haben aber vorher von Schwetzingen einmal eine Spazierfarth nach Heidelberg gemacht, um alda das Schlos, und das große Vaß zu sehen. Überhaupts hat Heidlberg viel ähnliches mit Salzburg, das ist; der Lage nach: und die eingefahlenen Thürn und Mauren im Schloß, die mit erstaunen anzusehen sind, zeigen die traurigen Früchte der ehemahligen französischen Kriege. In der heiligen Geist Kirche, die in der Historie wegen des Streits zwischen den Catholischen und den Calvinsten bekannt ist, und darum die Churfürste ihre Residenz nach Mannheim verlegt haben, hat unser Wolfgang die Orgel mit solcher Bewunderung gespielet, daß, zum ewigen Angedencken sein Nahme alda auf ordre des Herrn Statt=Decani an der Orgel mit umständten angeschrieben worden." (Brief von Leopold Mozart an Lorenz Hagenauer vom 3. August 1763).
 
Die heutige Hauptorgel befindet sich im Chor und wurde vom Oettinger Unternehmen Steinmeyer & Co ab dem Jahr 1980 als opus 2354 erbaut und nach Fertigstellung von Orgelbaumeister Gerhard Lenter 1998 generalüberholt und neuintoniert. Den Prospekt entwarf der Karlsruher Kirchenbaudirektor Horst Wein. Die Disposition stammt von Prof. Gerhard Wagner aus Heidelberg und Dr. Martin Kares aus Karlsruhe. Das Instrument verfügt über insgesamt 61 Register (inklusiv 2 Effektregister) auf drei Manualen und Pedal und zwei Zimbelsterne. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registratur und die Koppeln elektrisch.Besonders zu erwähnen ist das Effektregister Hülze Glechter, eine  Art Xylophon, welches von Arnolt Schlick im Jahr 1511 beschrieben wurde und von der Laukhuff GmbH & Co. KG in Weikersheim gefertigt wurde. Der aktuelle Standort ist großer Nachteil für den Klang, der im Altarraum zu laut und in der restlichen Kirche unzureichend klingt, wie aktuelle raumakustische Messungen bestätigen. Die Orgel muss in Teilen dringend erneuert werden. Im Rahmen dieser Erneuerung soll sie wieder auf die Empore über dem Hauptportal umgesetzt werden.