Ausstellungen

Expositionen in der Heiliggeistkirche

Aktuell

„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“
31.10.-07.11.2025, Heiliggeistkirche Nordschiff, Montag bis Samstag von 11. – 17. Uhr; Sonntag, 12.30 – 17 Uhr, Eintritt frei
Ausstellung zur Täuferbewegung als „dritter Zweig“ der Reformation (neben dem lutherischen und dem reformierten) und ihre Bedeutung heute im Mittelpunkt stehen.

Vernissage: Zentraler Ökumenischer Gottesdienst zum Reformationsgedenken am Freitag, den 31.10. um 19 Uhr. Der Gottesdienst erinnert an die erste Glaubenstaufe 1525 in Zürich (https://taeuferbewegung2025.de). Als Prediger hat der brasilianisch-deutsche mennonitische Pastor Prof. Dr. Fernando Enns (Hamburg/Amsterdam) zugesagt, der für seine Arbeiten zur Friedensforschung und für sein ökumenisches Engagement (z.B. seit 1998 Mitglied im Zentralausschuss des ÖRK) international anerkannt ist. Er hat mehrere Jahre in Heidelberg studiert und gearbeitet, wurde an der hiesigen Theologischen Fakultät promoviert und hat sich dort habilitiert.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes wird Christoph Bornheimer, der neue Professor für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg, zusammen mit weiteren Musikern übernehmen.

Vom 31. Oktober bis zum 7. November wird die Ausstellung „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“ in der Heiliggeistkirche zu den üblichen Öffnungszeiten gezeigt werden.
Lichtkreuz von Ludger Hinze
Jeden Sommer, Heiliggeistkirche Mittelschiff, am Heiliggeistloch
Als Zeichen ökumenischer Verbundenheit hängt jeden Sommer das Lichtkreuz von Ludger Hinze, das der Jesuitenkirche gehört, in der Heiliggeistkirche.

Der Künstler Ludger Hinse, geb. 1948, lebt und arbeitet in Dülmen, Recklinghausen und Münster. Seit 1988 hatte er über 300 Einzelausstellungen weltweit.
„Herrlich ist das Licht und aller Dankbarkeit wert. Jeden Morgen, wenn ich aufwache, trifft mich das Licht. Es ist das Licht, das mir den Tag schenkt. Mein ganzes Leben von „Brüder zum Lichte empor“ bis zur Lichtmalerei, den Lichtskulpturen und den Lichtkreuzen begleitet mich das Licht. Es gehört zu meinem ersten Tag und es wird zu meinem letzten auf Erden gehören. Denn ich habe das Licht der Welt gesehen und meine Augen haben die Welt in diesem Licht sehen und begreifen erlernt. Die Sonne buchstabierte das Licht, zerlegte es in die Vielfalt der Farben, verlieh den Körpern Erscheinung und Form und wies meinen Weg in Raum und Zeit. Herrlich ist das Licht und ich bin unendlich dankbar dafür. Es ist nicht zu leugnen, dass die Lebensschatten wachsen. Und doch durchdringt und besiegt sie das Licht des Tages. Morgen für Morgen, Stunde um Stunde."
(Ludger Hinse)

Rückblick letzte Ausstellung

gesichtslos - Frauen in der Prostitution
Ausstellung im Nordschiff der Heiliggeistkirche, 13.09.-13.11.2024

Quelle: Copyright Hyp Yerlikaya, Serie "Amalie" 2021

Die Ausstellung „gesichtslos - Frauen in der Prostitution“ widmet sich einem gesellschaftlichen Tabuthema: Frauen in der Prostitution. Sie sind täglich damit konfrontiert, ihre wahre Identität zu verbergen. In der Gesellschaft verstecken sie ihr Gesicht, träumen „gesichtslos“ von einem anderen Leben. Ausgehend von Erfahrungsberichten betroffener Frauen zeigt die Ausstellung Schwarz-Weiß-Fotografien des Fotografen Hyp Yerlikaya. Er begleitete die Frauen von Amalie zwei Jahre lang mit der Kamera. Mit dem Mittel der Inszenierung sind eindrucksvolle Bilder entstanden, die das „gesichtslose“ Dasein dieser Frauen innerhalb unserer Gesellschaft widerspiegeln. Die Anonymität und der Schutz der Abgebildeten werden durch das Tragen weißer Masken gewahrt. In den Ausstellungstexten kommen sie selbst zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen, Ängsten, Sorgen, aber auch Träumen und Hoffnungen.

Quelle: Copyright Hyp Yerlikaya, Serie "Amalie" 2021

Prostitution stellt immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema dar. Obwohl bereits 2002 die Sittenwidrigkeit der Prostitution abgeschafft und 2017 das deutsche Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten ist, führt die Mehrheit der Frauen ein Leben abseits der sozialen Wahrnehmung. Die gesellschaftliche Sichtbarmachung und die Anregung eines öffentlichen Diskurses über die oftmals prekären Lebens- und Arbeitswelten von Prostituierten in Deutschland sind Anliegen dieses Projektes. Viele Frauen in der Prostitution träumen von einem besseren Leben und davon, ihr bisheriges hinter sich zulassen. Die Ausstellung basiert auf Erfahrungsberichten von Frauen, die in der Prostitution arbeiten. Oft haben sie ihre Heimatländer verlassen, um der dortigen Perspektivlosigkeit zu entkommen und in Deutschland eine neue Existenz unter besseren Bedingungen anzufangen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Ihr Leben und auch ihre Tätigkeit finden abseits der Gesellschaft und unter prekären Umständen statt.
Die Öffentlichkeit hat oft einen voyeuristischen Blick auf Prostitution, wobei die verborgenen Parallelwelten und die damit verbundenen Belastungen unsichtbar bleiben. Viele Frauen leiden besonders darunter, dass sie ihre Tätigkeit und sprichwörtlich ihr Gesicht verbergen müssen. Hieraus entstand bei der Mannheimer Beratungsstelle Amalie die Idee, eine Fotoausstellung zu gestalten, die diesen Zwiespalt und das zerrissene Leben der Frauen aufzeigt.

Quelle: Copyright Hyp Yerlikaya, Serie "Amalie" 2021

Grundlage für die Fotoausstellung sind aufgezeichnete Interviews von Frauen, die in der Prostitution arbeiten oder bereits ausgestiegen sind. Sie erzählen von ihren Ängsten, ihrem Alltag und ihren Sehnsüchten. Gerade, weil diese Frauen ständig mit Diskriminierung und Ächtung der Gesellschaft rechnen müssen, wurden bei der Umsetzung der fotografischen Gestaltung Masken verwendet, um die Anonymität der insgesamt zehn dargestellten Frauen zu wahren. Der Fotograf Hyp Yerlikaya hat sie von 2019 bis 2021 begleitet. Insgesamt entstanden 1800 Fotos, aus denen einige wenige in der Ausstellung zu sehen sein werden. Es handelt sich nicht um klassische Dokumentarfotografie. Jene Aufnahmen, deren Bildinhalte die Grenzen des Zeigbaren oder Aussprechbaren erreichen und sich einer fotojournalistischen Dokumentation entziehen, greifen bewusst auf das darstellerische Mittel der Inszenierung zurück. Begleitende Text-Dokumentationen klären in der Ausstellung über das Thema „Prostitution“ auf, bieten Fakten und Informationen zur Einordnung und erzählen die anonymisierten biographischen Geschichten der Frauen. Das kuratorische Gesamtkonzept ist darauf ausgerichtet, dem Betrachter zu helfen, das Gezeigte einzuordnen und zu verstehen.

Eine Ausstellung der diakonischen Beratungsstelle Amalie Mannheim, konzipiert und erstellt in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim; eine Kooperation mit ANNA, Fachberatung für Menschen in der Prostitution, des Diakonischen Werks Heidelberg und der Stadt Heidelberg.